Klettern am Kulturdenkmal

Kletterzeiten: Montag bis Samstag von 09 bis 21 Uhr
– sonntags kein Klettern erlaubt!

Nur mit unterzeichneter  Kletterordnung 
bei Gruppen müssen die Übungsleiter im Besitz einer gültigen DOSB-Lizenz sein und die Kletterordnung unterzeichnet haben.

Lose Harken und Griffe bitte melden an  info@gsw-giessen.de
Und: Bitte den Müll wegräumen 🙂

Benutzung des Bunkers und des Geländes auf eigene Gefahr!

Michael Rinn, Alpinist – kostenloser Kletterführer:
„Sportklettern und Drytooling an einem einzigartigen, denkmalgeschützten Kletterbunker –
und das mitten in der Stadt! Ob Sportklettern im Sommer oder Drytooling im Winter:
Der Kletterführer „Klettern am Spitzbunker“ hat alle Details
und Routen-Updates für das aktuelle Kletterjahr.“

In unserem Wohnprojekt Pendleton-Barracks in der Hannah-Arendt-Straße befand sich über ein Jahrzehnt lang das Gießener Kletterzentrum. Geblieben ist der Kletterbunker, mit dem das Klettern in Gießen bekannt wurde.

Der 16 Meter hohe  Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg wurde zum Freiluftklettern umgebaut. Hier können alle klettern – nach Unterzeichnung der  Kletterordnung.

Seit 1939 stehen die Bunker in Gießen; gebaut wurden sie zur Kriegsvorbereitung in den Gießener Kasernen. Die Luftschutztürme der Bauart Winkel sind auch heute noch durch ihre besondere Form ein sichtbares Zeichen dieser Zeit. Nun wurden die Bauwerke als Kulturdenkmäler nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz klassifiziert. Nachdem der US-Funkturm abgebaut und der ehemalige Motorpool der Pendleton-Barracks bebaut wurde, erinnern nur noch die Spitzbunker an die lange militärische Vergangenheit – früher als Übungsgelände der kaiserlichen Armee, dann als Kriegsgefangenenlager im Ersten Weltkrieg, später als Bleidorn-Kaserne der Wehrmacht und schließlich durch die US-Armee genutzt.

Die spitz zulaufende Form der Bunker sollte Bomben möglichst wenig Angriffsfläche bieten und diese ohne Explosion abweisen. Eine Besonderheit war, dass die Bunkeranlagen erstmals nicht unterirdisch angelegt wurden, was zu niedrigen Bau- und Unterhaltungskosten führte. Weitere Vorteile waren der geringe Platzbedarf aufgrund der kleinen Grundfläche (max. 10 m Durchmesser) sowie leichte Tarnmöglichkeiten durch Farbanstrich und Baumpflanzungen. Zwischen 1936 und 1941 wurden deutschlandweit etwa 200 Spitzbunker in unterschiedlichen Ausführungen errichtet. In Gießen sind noch acht Spitzbunker der Bauart Winkel erhalten.

Die ehemalige Artilleriekaserne entstand im Zuge der militärischen Aufrüstung in den 1930er-Jahren nordöstlich der Stadt, unweit der ehemaligen Bergkaserne. Die Spitzbunker wurden 1939 errichtet und boten jeweils mindestens 364 Personen Schutz. Die Lüftungstechnik im obersten Geschoss ist noch erhalten, ebenso einige Einrichtungsgegenstände wie Bänke und Toiletten. In der Nachkriegszeit wurde die Kaserne von den US-Truppen als Lager und Partyraum genutzt.

Die GSW Gesellschaft für Soziales Wohnen hat einen der Bunker zum Kletterturm umgerüstet; ein anderer ist mit seiner weißen, gelben und blauen Farbgebung ein Wahrzeichen des neuen Wohngebiets an der Hannah-Arendt-Straße. Dieser kann auf Anfrage auch besichtigt werden.