Klettern am Kulturdenkmal
der Bunker gilt ganz offiziell seit 2025 als Kulturdenkmal!
In unserem Wohnprojekt Pendleton-Barracks in der Hannah-Arendt-Straße befand sich über ein Jahrzehnt das Gießener Kletterzentrum. Geblieben ist der Kletterbunker, mit dem Klettern in Gießen bekannt wurde.
Der 16 Meter hohe Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg, wurde zum Freiluftklettern umgebaut. Hier können alle klettern – nach Unterzeichnung der Kletterordnung. Eine ausführliche Routenbeschreibung von Michael Rinn gibt es hier.
Seit 1939 stehen die Bunker in Gießen, gebaut wurden sie zur Kriegsvorbereitung in den Gießener Kasernen. Die Luftschutztürme Winkel sind auch heute noch ein durch Ihre besondere Form ein sichtbares Zeichen dieser Zeit. Nun wurden die Bauwerke als Kulturdenkmäler nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz klassifiziert. Das freut den Geschäftsführer der GSW Gesellschaft für Soziales Wohnen in Gießen, Rainer Stoodt. Nachdem der US-Funkturm abgebaut und der ehemalige Motorpool der Pendleton-Barracks bebaut wurde, zeigen nur noch die Spitzbunker die lange ehemalige militärische Nutzung, ehemals als Übungsgelände der kaiserlichen Armee, dann als Kriegsgefangenenlager im 1. Weltkrieg, als Bleidorn-Kaserne der Wehrmacht und die Nutzung durch die US-Armee.
Die spitz zulaufende Form der Bunker sollte Bomben möglichst wenig Angriffsfläche bieten und die Bomben ohne Explosion abweisen. Eine Besonderheit war, dass die Bunkeranlagen erstmals nicht unterirdisch angelegt wurden, was zu niedrigen Bau- und Unterhaltungskosten führte. Weitere Vorteile waren der niedrige Platzbedarf aufgrund der geringen Grundfläche (max. 10 m Durchmesser) sowie leichte Tarnmöglichkeiten (durch Farbanstrich und Baumpflanzungen). Zwischen 1936 und 1941 wurden deutschlandweit ca. 200 Spitzbunker in unterschiedlichen Ausführungen errichtet. In Gießen sind noch acht Spitzbunker der Bauart Winkel erhalten.
Die ehemalige Artilleriekaserne entstand im Zuge der militärischen Aufrüstung in den 1930er Jahren nordöstlich der Stadt, unweit der ehemaligen Bergkaseme. Die Spitzbunker wurden 1939 errichtet und boten jeweils mindestens 364 Personen Schutz, die Lüftungstechnik im obersten Geschoss ist noch erhalten, ebenso einige Einrichtungsgegenstände wie Bänke und WC. In der Nachkriegszeit wurde die Kaserne von den US-Truppen als Lager und Partyraum genutzt.
Die GSW Gesellschaft für soziales Wohnungen hat einen der Bunker zum Kletterturm umgerüstet, ein anderer ist mit seiner weißen, gelben und blauen Farbgebung ein Wahrzeichen des neuen Wohngebietes an der Hannah-Arendt-Straße. Dieser kann auf Anfrage auch besichtigt werden.
Infos zur Nutzung des Kletterbunkers:
Kletterzeiten: Mo – Sa von 9 – 21 Uhr – Sonntags kein Klettern erlaubt!!!
Toiletten stehen im ZIBB bereit.
Nur mit unterzeichneter
Kletterordnung – bei Gruppen müssen die Übungsleiter im Besitz einer gültigen DOSB-Lizenz sein und die Kletterordnung unterzeichnet haben.
Lose Harken und Griffe bitte
melden! Und: Bitte den Müll wegräumen 🙂
Benutzung des Bunkers und des Geländes auf eigene Gefahr, Beschädigung oder fehlerhafte Griffe melden!
